Ich hatte in letzter Zeit und aufgrund jüngster, nicht uninteressanter Ereignisse die Gelegenheit, über meinen eigenen Verzicht von Fleisch nachzudenken.
Neben dem immer wieder auftauchenden "das könnte ich nicht", habe ich auch schon gehört, dass der Vegetarier doch schließlich nur "einen Moralischen" bekommen hat oder "mit seinem Gewissen nicht klar kommt".
Ja, das trifft auf mich zu. Nicht nur der offensichtliche Ekel vor Fleisch hat mich zu meiner Entscheidung bewogen, sondern auch meine Tierliebe, die die für den gewöhnlichen fremden Menschen weit übersteigt. Und nein, ich bin nicht jemand, der Tiere in Afrika rettet und daheim Spinnen zerdrückt. Bei mir werden auch diese Tiere nicht getötet, da auch das nicht meinen Prinzipien entspricht (nur vom lieben Partner in einem Glas nach draußen gebracht, während ich mich in einem anderen Zimmer verstecke). Aber dies nur vorweg und wieder zum eigentlichen Thema.
Ebenfalls nur vorsorglich: Ich habe nichts gegen Fleischesser! Ich schreibe hier lediglich meine Gedanken über Jene auf, die uneinsichtig auf ihre Meinung beharren und mich verspotten wollen, statt sich einfach mal auf andere Ansichten einzulassen. Man könnte ja etwas dazu lernen und die Vorurteile über die militanten Ökos fallen lassen...
Wenn man mir vorhält "moralisch" zu sein, oder "ein Gewissen zu haben", kann ich darüber nur spöttisch lachen. Denn ja, das habe ich. Doch ist es nicht das, was den Menschen ausmacht? Unterscheidet nicht das den Menschen vom Tier? Und bin ich mit meiner Enthaltsamkeit dann nicht menschlicher als jene, die das unschuldige Wesen verspeisen? Ich möchte damit nicht sagen, dass es allein das ist, was uns unterscheidet, doch im Wesentlichen ist es der Verstand, oder wie die katholische Kirche sagen würde, die Seele (dies unterschreibe ich hier an dieser Stelle selbstverständlich nicht!)
Ist es dann also das Tier, dass mich anprangert und verurteilt, Mensch zu sein? - Wäre meine Meinung ähnlich undifferenziert und unausgereift wie die derer, die hiermit angesprochen werden, würde ich dies sofort bejahen.
Doch nein, so einfach ist es nicht. Schließlich spreche ich hier auch von einer kleinen Gruppe, die ich, so sehr ich mich auch dagegen wehre, immer wieder gerne in eine Schublade stecken möchte, wie sie es doch mit mir machen. Doch ein vernunftbegabtes Tier, wie auch ASP gerne zu sagen pflegt, sollte auch die Einsicht haben, den ersten Schritt zu machen. Ich werde mir auch zukünftig Spott und Hohn anhören müssen, doch lachend an mein gesundes Herz denken und mich einer ausgesprochenen Meinung enthalten.
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