Jetzt wollte ich seit der Zwischenprüfung schon so viel schreiben und bin einfach nicht dazu gekommen.
Die Zeit vor Weihnachten fliegt nur so davon. Man muss ständig hin und her laufen und sich den Weihnachtskomerz antun. Gleichzeitig muss man den Weihnachtskitsch, dieses "wohlig warme Weihnachtsgefühl" hochwürgen.
Und immer wieder nervt mich dieses "denken Sie auch an Ihre Mitmenschen"-Getue in den Medien. Ich persönlich "denke" immer an meine Mitmenschen, auch wenn ich nicht wirklich etwas spende an irgendwelche Organisationen, vor allem nicht um Weihnachten.
Doch am vergangenen Montag waren mein Freund und ich in einem kleinen Café und haben uns mit Kaffee/Kakao und Kuchen vom Einkaufen erholt, als ein Obdachloser das Café betrat und sich direkt neben uns saß um seine Stunde Strom und Internet auszukosten. Penibel säuberte er sein kleines Notebook und berührte es auch nur mit Taschentüchern. Mir brach das Herz. Ich wollte ihn gerne ansprechen, ihm etwas zu Essen und zu Trinken anbieten und ihn einfach nur fragen, was mit ihm passiert ist, wer er ist und wieso er da ist.
Das Gespräch zwischen meinem Freund und mir verebbte. Mit unseren vollen Einkaufstüten und dem leckeren Gebäck vor uns gaben wir ein beinahe dekadentes Bild neben dem Mann ab.
Zu meiner Schande muss ich sagen, dass wir nichts getan haben, um zu helfen. Erst einige Minuten nachdem wir das Café verlassen hatten, sprachen wir wieder miteinander und über die Situation. Zu unserem beiderseitigen Erstaunen stellten wir fest, dass wir beide dem Mann durch helfen und mit ihm reden wollten. Wir wären sogar beide so weit gegangen, ihm mehr als nur einen Kuchen und Tee anzubieten. Doch als wir uns endlich darüber einig waren, zurück zu gehen, war es schon zu spät.
Ich wünschte, wir hätten gehandelt, statt uns nur satt zu essen und zu gehen. Obwohl ich weiß, dass dem nicht so ist, kann ich dieses Gefühl der Mitschuld nicht abstellen.
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