Montag, 2. Januar 2012

... und tschüss 2011

Ein leicht verspäteter Jahresrückblick.

Endlich ist 2011 Geschichte. Ein Jahr, das ich herzlich gern als das schlimmste Jahr meines bisherigen Lebens bezeichne.

Doch was ist 2011 passiert? In der Welt? Mit mir und um mich rum?


Im vergangenen Jahr wurden Skandale aufgedeckt und bis zum Erbrechen plattgetreten. Schlimme Despoten dieser Welt wurden gestürzt oder sind aus natürlichen Gründen gestorben. Allgemein mussten auch viele gute Menschen, darunter zwei herausragende Komiker ihr Leben lassen.

Attentate wurden verübt, darunter das in Norwegen, das mich persönlich erschüttert hat. Länder, darunter besonders ein Südstaat haben den Deutschen neue Hasswörter geschenkt: Euro-Rettungsschirm, Hebelwirkung, Schuldenschnitt... passend dazu ist Stresstest das Wort des Jahres. Über Sinn oder Unsinn werde ich aus Platzgründen nicht näher eingehen, da eine direkte Diskussion eh interessanter ist.

Mein 2011 war auch nicht gerade rosig. In meiner Ausbildung überwiegten Probleme und das ohne Land in Sicht. Meine persönliche Zufriedenheit und Lebensfreude ist auch nicht gerade gestiegen, im Gegenteil! Im Sommer, nach dem Attentat in Norwegen war ich mir meiner Aussage sicher, dass ich froh bin, wenn dieses Jahr endlich ein Ende hat.

"Ich bin mal gespannt, was bis Ende des Jahres noch passiert..." war meine Aussage und die hat sich bewahrheitet! Der Diebstahl bzw. Aufbruch meines Autos hat tiefe Wunden hinterlassen, dazu kaum später ein eigentlich banaler Auffahrunfall haben mir den Rest gegeben.

Somit kann ich beruhigt sagen: Tschüss 2011 und hoffentlich gehen mit dir auch einige persönliche Rückschläge.  

Freitag, 16. Dezember 2011

Das böse böse Gewissen macht das Tier zum Mensch?

Ich hatte in letzter Zeit und aufgrund jüngster, nicht uninteressanter Ereignisse die Gelegenheit, über meinen eigenen Verzicht von Fleisch nachzudenken.

Neben dem immer wieder auftauchenden "das könnte ich nicht", habe ich auch schon gehört, dass der Vegetarier doch schließlich nur "einen Moralischen" bekommen hat oder "mit seinem Gewissen nicht klar kommt".

Ja, das trifft auf mich zu. Nicht nur der offensichtliche Ekel vor Fleisch hat mich zu meiner Entscheidung bewogen, sondern auch meine Tierliebe, die die für den gewöhnlichen fremden Menschen weit übersteigt. Und nein, ich bin nicht jemand, der Tiere in Afrika rettet und daheim Spinnen zerdrückt. Bei mir werden auch diese Tiere nicht getötet, da auch das nicht meinen Prinzipien entspricht (nur vom lieben Partner in einem Glas nach draußen gebracht, während ich mich in einem anderen Zimmer verstecke). Aber dies nur vorweg und wieder zum eigentlichen Thema.

Ebenfalls nur vorsorglich: Ich habe nichts gegen Fleischesser! Ich schreibe hier lediglich  meine Gedanken über Jene auf, die uneinsichtig auf  ihre Meinung beharren und mich verspotten wollen, statt sich einfach mal auf andere Ansichten einzulassen. Man könnte ja etwas dazu lernen und die Vorurteile über die militanten Ökos fallen lassen...

Wenn man mir vorhält "moralisch" zu sein, oder "ein Gewissen zu haben", kann ich darüber nur spöttisch lachen. Denn ja, das habe ich. Doch ist es nicht das, was den Menschen ausmacht? Unterscheidet nicht das den Menschen vom Tier? Und bin ich mit meiner Enthaltsamkeit dann nicht menschlicher als jene, die das unschuldige Wesen verspeisen? Ich möchte damit nicht sagen, dass es allein das ist, was uns unterscheidet, doch im Wesentlichen ist es der Verstand, oder wie die katholische Kirche sagen würde, die Seele (dies unterschreibe ich hier an dieser Stelle selbstverständlich nicht!)

Ist es dann also das Tier, dass mich anprangert und verurteilt, Mensch zu sein? - Wäre meine Meinung ähnlich undifferenziert und unausgereift wie die derer, die hiermit angesprochen werden, würde ich dies sofort bejahen.

Doch nein, so einfach ist es nicht. Schließlich spreche ich hier auch von einer kleinen Gruppe, die ich, so sehr ich mich auch dagegen wehre, immer wieder gerne in eine Schublade stecken möchte, wie sie es doch mit mir machen. Doch ein vernunftbegabtes Tier, wie auch ASP gerne zu sagen pflegt, sollte auch die Einsicht haben, den ersten Schritt zu machen. Ich werde mir auch zukünftig Spott und Hohn anhören müssen, doch lachend an mein gesundes Herz denken und mich einer ausgesprochenen Meinung enthalten.

Donnerstag, 15. Dezember 2011

der verlorene Monat

Ich denke, vielen geht es wie mir, wenn ich sage, dass der Dezember aus irgendeinem Grund keine vier, sondern gefühlt maximal zwei Wochen hat. Zwar ist es nicht glatt wie letztes Jahr um diese Zeit, doch wieder schlittern wir unaufhaltsam auf DAS Fest des Jahres zu und so sehr ich mich auch dagegen wehre, auch für mich rückt das übernächste Wochenende in greifbare Nähe. Auf meiner Zunge ist beinahe schon der Geschmack des weniger leckeren aber leider einzig fleischlosen Weihnachtsgerichts auf der Karte des immer wieder überfüllten Restaurants, in dem ich mich kommenden Montag aufhalten darf.

Ja, seitdem ich vermeintlich erwachsen bin, nervt mich Weihnachten. Wartete ich doch früher jedes Jahr tagezählend auf das ersehnte Weihnachtsfest und arbeitete noch fleißig mit in der Kirche am Grippenspiel, kann ich nun nur noch den Kopf schütteln. Zu aller Ironie kommt, dass das früher endlose Warten nun in einem Rausch aus Weihnachtsmarktbesuchen, dämlichen Weihnachtsliedern und Kaufaufforderungen, die mich geradezu in die Läden zwingen, vorbeizieht.

Es mag hart klingen, doch ein einschlägiger Elektrofachladen hat es schon mehr als trefflich formuliert: "Weihnachten wird unterm Baum entschieden" - Abartig, wie ich finde, doch leider wohl mehr und mehr harte und bittere Wahrheit. Kinder freuen sich eh nur noch auf die Geschenke, die Verwandten interessieren da wenig. Vielleicht noch der, der das "beste" Geschenk ablieferte. Die Verwandten, denen das Kind am Herzen liegt "battlen" - wie es so schön neudeutsch heißt - um diesen Platz und die wenige Anerkennung in den Augen des übersättigten Kindes.

Dann das steife Beisammensein der Jugendlichen/Erwachsenen mehrerer Generationen... man erzählt sich von Dingen, die der Gegenüber nicht versteht "Was ist denn Internet?" - "Was ist denn ein kohlebetriebener Holzofen?" (oder was auch immer, denn da ich zu Ersteren gehöre, verstehe ich nicht wirklich, was ältere Generationen mir sagen wollen XD), bis man schlussendlich über jene redet, die der fröhlichen Runde leider nicht beiwohnen können (müssen, wollen). So entstehen interessante Gerüchte... XD

Vielleicht sehe ich es einfach nur zu zynisch, doch das ist meine Erfahrung. Solltet ihr es anders sehen, tut es mir Leid und belehrt mich gerne eines Besseren.

P.S.: omfg, ich hab mich bei facebook angemeldet. Ich versuche gleich mal, den Link zu "teilen" ;)

Dienstag, 6. Dezember 2011

Weihnachten und die Nächstenliebe

Jetzt wollte ich seit der Zwischenprüfung schon so viel schreiben und bin einfach nicht dazu gekommen.

Die Zeit vor Weihnachten fliegt nur so davon. Man muss ständig hin und her laufen und sich den Weihnachtskomerz antun. Gleichzeitig muss man den Weihnachtskitsch, dieses "wohlig warme Weihnachtsgefühl" hochwürgen.

Und immer wieder nervt mich dieses "denken Sie auch an Ihre Mitmenschen"-Getue in den Medien. Ich persönlich "denke" immer an meine Mitmenschen, auch wenn ich nicht wirklich etwas spende an irgendwelche Organisationen, vor allem nicht um Weihnachten.

Doch am vergangenen Montag waren mein Freund und ich in einem kleinen Café und haben uns mit Kaffee/Kakao und Kuchen vom Einkaufen erholt, als ein Obdachloser das Café betrat und sich direkt neben uns saß um seine Stunde Strom und Internet auszukosten. Penibel säuberte er sein kleines Notebook und berührte es auch nur mit Taschentüchern. Mir brach das Herz. Ich wollte ihn gerne ansprechen, ihm etwas zu Essen und zu Trinken anbieten und ihn einfach nur fragen, was mit ihm passiert ist, wer er ist und wieso er da ist.

Das Gespräch zwischen meinem Freund und mir verebbte. Mit unseren vollen Einkaufstüten und dem leckeren Gebäck vor uns gaben wir ein beinahe dekadentes Bild neben dem Mann ab.

Zu meiner Schande muss ich sagen, dass wir nichts getan haben, um zu helfen. Erst einige Minuten nachdem wir das Café verlassen hatten, sprachen wir wieder miteinander und über die Situation. Zu unserem beiderseitigen Erstaunen stellten wir fest, dass wir beide dem Mann durch helfen und mit ihm reden wollten. Wir wären sogar beide so weit gegangen, ihm mehr als nur einen Kuchen und Tee anzubieten. Doch als wir uns endlich darüber einig waren, zurück zu gehen, war es schon zu spät.

Ich wünschte, wir hätten gehandelt, statt uns nur satt zu essen und zu gehen. Obwohl ich weiß, dass dem nicht so ist, kann ich dieses Gefühl der Mitschuld nicht abstellen.

Mittwoch, 16. November 2011

Skyrim

Jetzt habe ich hier schon so lange nichts mehr geschrieben, aber die letzten Wochen nach unserem Bremenbesuch waren mehr als anstrengend.

Ich habe zur Ablenkung auch etwas getan, was ich so kurz vor der Zwischenprüfung nicht hätte tun dürfen. Ich habe mir The Elder Scrolls 5 Skyrim gekauft. Auf dieses Spiel warte ich jetzt schon so lange Zeit und nach einem Arztbesuch in der Innenstadt konnte ich nicht anders, als es zu kaufen.

Ich muss sagen, es hat mich auch nicht enttäuscht. Geschichtlich spielt es 200 Jahre nach dem Vorgänger Oblivion, welches mein All-Time-Favorit war und ist. Man spielt in dem von Bürgerkrieg zerrissenen Himmelsrand (engl. Skyrim) und beginnt wieder als Gefangener, der nur deswegen knapp dem Henker entgeht, weil ein riesiger Drache erscheint und das Dorf angreift. Da haben wir auch den ersten Unterschied zu Oblivion, welches in dem Land Cyrodiil, Sitz der Kaiserlichen Hauptstadt, spielt. In dem kalten, bergigen Himmelsrand lauern Drachen hinter eben diesen und scheuen auch keinen Angriff! Zumindest ab dem Zeitpunkt, wenn man den ersten Drachen nach ein paar Minuten Spielzeit hinter dem Henker emporsteigen sieht.

Diese "paar Minuten" haben sich bei mir allerdings erheblich in die Länge gezogen, durch das Erstellen eines Charakters. Die Rassen sehen alle unterschiedlich aus, was ein Pluspunkt ist und diesmal hat Bethesda auch die Auswahlmöglichkeiten sehr begrenzt. So kann man aus vorgegebenen Gesichtern wählen und diese dann ein wenig ändern und nicht wie im Vorgänger beinahe jeden einzelnen Gesichtsknochen einzeln modellieren. So war es mir möglich, einer recht hübsche Nord Frau zu erstellen. Ich spiele diesmal keine Dunkelelfe, weil ich nicht wieder zu einem unbeliebten Volk gehören wollte. Doch obwohl Himmelsrand die Heimat der Nord ist, bin ich auch dort an vielen Stellen nicht sehr beliebt.

Nachdem man nun den einen Drachen sieht und ein wenig die Mainstory weiterspielt, erscheinen im ganzen Land Drachen. Ich wusste das nicht, bis ich Nachts in einem Schneesturm alleine irgendwo zwischen zwei Städten eines Besseren belehrt wurde. Den Gruselfaktor gab es dann gratis dazu.

Wie auch in Oblivon ist allerdings die eigentliche Mainstory nicht so wirklich interessant. Vielmehr kann man, wie auch schon im Vorgänger gleich zu Beginn des Spiels an jeden beliebigen Ort reisen und tun und lassen, was man will. Nach einigem Suchen habe ich mich meinen beiden Lieblingsgilden angeschlossen, der Diebesgilde und der Dunklen Bruderschaft, einer Assassinengilde. Die Diebe sind weniger ehrvoll als noch im Vorgänger und auch die Dunkle Bruderschaft interessiert sich nicht mehr für alte Bräuche und Rituale, zumindest bis man ihr beitritt. Doch hier muss ich gleich Kritik aussprechen. Während ich in Oblivion bei diesen Gilden lange beschäftigt war, hatte ich in Skyrim nach einigen Stunden alle relevanten Missionen abgefrühstückt und war zum Leiter der jeweiligen Gilde aufgestiegen. Hier hätte ich mir mehr Spannung gewünscht.

Letztlich kann ich noch zur Grafik sagen, dass das Spiel umwerfend aussieht. Die Landschaft ist ein Traum und doch bin ich wehmütig, weil es nicht auf höchsten Grafikeinstellungen auf meinem Rechner läuft. Das ist mir zuvor noch nie passiert und schreit nach einer neuen Grafikkarte nach Weihnachten.

Ein Kritikpunkt sind die ganzen Grafikfehler, so verschwinden Gegenstände vor einem oder das Tischgedeck fängt während einer Unterhaltung an zu flackern.

Ich könnte hier noch viel mehr schreiben, doch ich belasse es bei diesen Punkten und empfehle dieses Spiel jedem, der diesen Winter lange und gut von einem Spiel unterhalten werden moechte.

Samstag, 5. November 2011

fremd in Bremen

Gestern um 18:40 Uhr parkte ich in einer Seitenstraße in Bremen um das lang ersehnte ASP Konzert besuchen zu können.

Mitten im Wohngebiet unter einer Straßenlaterne kann ja nicht viel passieren, dachten wir uns und waren noch wie im Rausch, als wir aus der gut besuchten Location traten. Während ich noch über den Blogeintrag, den ich gleich über mein Galaxy Tab verfassen wollte, nachdachte, sah ich schon das zersplitterte Glas auf dem Boden.

Zunächst dachte ich, in der engen Straße habe jemand die Kurve nicht gut genommen und dabei ist unsere Scheibe zersplittert. Doch dann der Schock - meine Handtasche ist verschwunden. Und mit ihr mein besagtes neues Galaxy Tab, mein iPhone und meine Papiere.

Dank der tollen Baustelle auf der A7 waren wir dann auch eine Stunde länger unterwegs und dank der Diebe hatten wir auch genug frische Luft der kalten Herbstnacht.

Alles in allem bin ich so zynisch und  sage es mit den Worten des Notrufdienstes der Sparkasse: "Vielen Dank und noch einen schönen Tag" (nachts um 3 Uhr)

Freitag, 28. Oktober 2011

Tot und noch nie so lebendig - Subway To Sally live in Göttingen

So eben kommen wir aus dem Subway To Sally Konzert und während mir die Ohren noch dröhnen, möchte ich diesen, wie Barney sagen würde, legendären Moment festhalten:

Gleich vorweg, das war das beste Subway To Sally Konzert, auf dem ich bisher war - und das auch noch hier in Göttingen! Die Akustik in der Stadthalle war, wie man auch schon bei der guten Vorband <äh... insert name here ^^'> hören konnte, sehr gut. Im Gegensatz zu den vorherigen STS Konzerten, die ich in Kassel und in der Weltstadt *hust* Baunatal am 22. Dezember 2008 und 22. Dezember 2009 war dies ein Ohrenschmaus.

Während ich die Göttinger immer als ein wenig langweilig und prüde erlebt habe, stand ich heute inmitten des - und Verzeihung für den plumpen Ausdruck - geilsten Publikums, welches ich je auf irgendeinem Konzert erleben durfte. Wie es Eric Fish, Sänger von STS sagte, hat Göttingen der sonst so opernlastigen Stadthalle Rock n' Roll beigebracht! Ich habe mich schon lange nicht mehr so lebendig gefühlt. Auch die Zusammenstellung der Lieder war perfekt gewählt zwischen Alt und Neu.

Sehr positiv überrascht war ich auch, als gegen Ende ein Medley von drei sehr beliebten Liedern eingespielt wurde. Danach war meine eh schon angeschlagene Stimme zwar so gut wie weg, aber wer braucht die Morgen schon? ;D Bis zum Ende hat sie durchgehalten und das reicht.

Die Feuershow, die STS für mich persönlich zur besten Liveband macht, hat natürlich auch nicht gefehlt und hüllte den Raum in eine feurige Stimme mit silvesterähnlichen Duft.

Alles in allem war dieses Erlebnis so einzigartig, dass ich es gleich wiederholen möchte und Morgen vielleicht noch einmal Karten für das Konzert in Hannover bestelle.

Körperlich bin ich zwar am Ende, aber trotzdem habe ich mich schon lange nicht mehr so lebendig gefühlt!